Freiwilligendienst in Deutschland: Dein weltwärts-Abenteuer
Mit dem weltwärts Freiwilligendienst hast du die Möglichkeit, dich für 12 bis 18 Monate in einem gemeinnützigen Projekt in Deutschland zu engagieren. Hier kannst du in Bereichen wie Bildung, Gesundheit oder Kultur aktiv werden. Der Schwerpunkt des Programms liegt auf gemeinsamem Lernen und interkulturellem Austausch.
Egal, ob du gerade deine schulische oder berufliche Ausbildung abgeschlossen hast, bereits studierst oder andere Freiwilligendienste oder Praktika absolviert hast, weltwärts bietet dir die Chance, internationale Erfahrungen zu sammeln. Du wirst deine Deutschkenntnisse erweitern und die Arbeit im gemeinnützigen Bereich sowie den Alltag in Deutschland praxisnah erleben.
Aktuell sind keine Bewerbungen mehr möglich. Das Bewerbungsportal wird voraussichtlich im September 2026 wieder geöffnet. Wir informieren euch hier auf der Website und über unseren Instagram-Kanal.
Was oder was ist weltwärts?
weltwärts ist ein Entwicklungsdienstprogramm, das 2008 vom Bundesmini sterium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) ins Leben gerufen wurde. Es ermöglicht jungen Menschen aus Deutschland, sich für 6 bis 24 Monate in Ländern des Globalen Südens in Projekten zu engagieren, die sozial, ökologisch oder bildungsbezogen sind.
Freiwillige arbeiten in gemeinnützigen Projekten, wie zum Beispiel in Schulen, Gesundheitszentren oder Umweltschutzinitiativen, und tragen zur Verbesserung der Lebensbedingungen in den Gastländern bei. Gleichzeitig haben sie die Möglichkeit, globale Zusammenhänge besser zu verstehen, interkulturellen Austausch zu erleben und sich in ihrer persönlichen Entwicklung weiterzuentwickeln.
Seit 2013 gibt es auch das Süd-Nord-Programm, bei dem junge Menschen aus dem Globalen Süden die Möglichkeit haben, für einen Freiwilligendienst in Deutschland tätig zu sein. Dies fördert das gegenseitige Lernen und den Austausch von Erfahrungen zwischen den Kulturen.
Gefördert durch:

Was sollte ich mitbringen?
Du bist mindestens 18 und maximal 28 Jahre alt.
Du verfügst über einen guten Gesundheitszustand, der für einen Freiwilligendienst in Deutschland geeignet ist.
Du hast einen Schulabschluss oder eine berufliche Ausbildung abgeschlossen oder vergleichbare Erfahrungen durch Praktika oder andere Freiwilligendienste gesammelt.
Du hast grundlegende Deutschkenntnisse (Niveau A2).
Du kannst gut im Team arbeiten.
Du bringst eine offene Haltung mit.
Du bist lernbereit.
Du zeigst Eigeninitiative.
Du bist bereit, dich sozial zu engagieren und dich mit Entwicklungsthemen auseinanderzusetzen.
Was bekomme ich vom Bolivianischen Kinderhilfswerk?
Reisekosten
Impfkosten
Unterkunft
Lebenshaltungskosten
Persönliche Ausgaben
Versicherungen
Seminar
Wie verläuft der Prozess von der Bewerbung bis zur Rückkehr?
Dein Bewerbungsprozess beginnt mit einem ersten Gespräch in Bolivien. Danach folgt ein zweites Bewerbungsgespräch, das per Zoom oder WhatsApp in Deutschland geführt wird. Sobald das Auswahlverfahren abgeschlossen ist, nimmst du an einem Vorbereitungsseminar in Sucre teil, um dich optimal auf deinen Aufenthalt vorzubereiten. Nach deiner Abreise nach Deutschland startest du mit einem Ankunftsseminar, bevor du dich in deine neue Umgebung einlebst und deine Arbeit beginnst. Während deines Aufenthalts hast du die Möglichkeit, dich in einem Zwischenseminar mit anderen Freiwilligen auszutauschen und deine Erfahrungen zu reflektieren. Gegen Ende des Programms nimmst du am Abschlussseminar teil, bevor es für dich zurück nach Bolivien geht. Dort erwartet dich ein Nachbereitungsseminar, das dir hilft, deine Erlebnisse zu verarbeiten und dich wieder in den Alltag in Bolivien einzufinden.
Wo werde ich arbeiten?
Die Freiwilligen werden ihren Dienst in gemeinnützigen Organisationen leisten, die sich auf die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, die Betreuung älterer Menschen sowie die Unterstützung von Personen mit Behinderungen spezialisiert haben. Diese Einsatzplätze befinden sich in den Städten Stuttgart und Hamburg.
Wie läuft die Vorbereitung und Begleitung ab?
Ein Teil deines weltwärts-Freiwilligendienstes ist das pädagogische Begleitprogramm, das mindestens 25 Seminartage in Deutschland umfasst. Diese Seminare dienen der Vorbereitung, Begleitung und Nachbereitung deines Freiwilligendienstes. Zusätzlich werden auch Vor- und Nachbereitungen des Freiwilligendienstes in deinem Herkunftsland organisiert.
Das pädagogische Begleitprogramm behandelt organisatorische Fragen und liefert Informationen über das Gastland. Es bietet Raum für den Austausch von Erfahrungen, fördert Perspektivwechsel und ermöglicht es dir, globale Themen kritisch zu reflektieren und zu hinterfragen.
Wie wird der Freiwilligendienst finanziert?
Das Programm weltwärts ist für alle zugänglich, unabhängig von den finanziellen Möglichkeiten der Freiwilligen. Das Programm wird zu bis zu 75 Prozent vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanziert. Die verbleibenden 25 Prozent der Kosten werden vom Bolivianischen Kinderhilfswerk getragen. Mit dem weltwärts-Programm wird kein Geld verdient. Die Süd-Nord Freiwilligen müssen einen Betrag beisteuern, der gemessen an den Gesamtkosten klein ist.
Erfahrungsberichte und Wirkung
Um die langfristige Wirkung des Programms sichtbar zu machen, haben wir mit ehemaligen Freiwilligen gesprochen. Nachfolgend könnt ihr die Erfahrungsberichte von Miguel und Natalia lesen. Ihre Geschichten zeigen, dass ein Freiwilligendienst weit mehr ist als ein Auslandsaufenthalt: Er prägt Lebenswege, eröffnet neue Perspektiven und wirkt weit über die Zeit in Deutschland hinaus.
Natalia
1. Erfahrungen in Deutschland
Welche waren deine wichtigsten Erfahrungen während deines Freiwilligendienstes in Deutschland?
Meine wichtigsten Erfahrungen habe ich im Projekt gemacht, in dem ich gearbeitet habe. Alle Messen, die Zusammenarbeit mit Schulen, die täglichen Aufgaben und vieles mehr waren wirklich beeindruckend.
Auch die Gruppe Kantutta war für mich sehr wichtig. Sie haben mir nicht nur ihre Türen geöffnet, sondern wurden zu einem bedeutenden Teil meines Aufenthalts. Sie haben mir geholfen, mich stärker mit Bolivien verbunden zu fühlen und zusätzliche Aktivitäten zu genießen. Außerdem waren sie immer unterstützend und haben sich gut um mich gekümmert.
Besonders prägend war für mich auch das Reisen und das Kennenlernen neuer Orte. Ich habe dabei viel Ruhe und Freude erlebt – von Wäldern, Parks und kleinen Dörfern bis hin zu großen Städten und Ländern.
Gab es einen Moment, der dich besonders geprägt hat?
Ich kann zwei Momente nennen, einen positiven und einen negativen.
Der negative Moment war mein Einzug in die WG nach dem Seminar. Diese Zeit war sehr herausfordernd für mich: Ich hatte keine aktivierte SIM-Karte, kein WLAN, kannte niemanden und habe mich sehr allein und hilflos gefühlt. In diesem Moment wurde mir bewusst, dass ich völlig allein in einem anderen Land war und nichts anderes tun konnte, als diese schwierige Situation zu bewältigen.
Der positive Moment lässt sich schwer auf einen einzelnen Augenblick reduzieren. Insgesamt war die Arbeit im Projekt eine sehr prägende Zeit für mich. Ich habe die Arbeit mit den Kindern sehr geliebt, ebenso wie die Zusammenarbeit mit dem Team. Sie waren für mich wie eine zweite Familie in Deutschland. Sie haben mich jederzeit unterstützt, mir viel beigebracht, viel Geduld mit meiner Sprache gezeigt, mir geholfen, mein Deutsch zu verbessern und mir vor allem das Gefühl gegeben, willkommen und wertvoll zu sein. Meine schönsten Erfahrungen sind eng mit meiner Arbeit im Projekt verbunden.
Was hat dich am meisten überrascht oder beeindruckt?
Besonders beeindruckt haben mich der öffentliche Verkehr und die Organisation. Obwohl es ein sehr bewegtes Land ist, habe ich das „Chaos“ nicht als stressig empfunden. Ich habe die Fahrten mit Zug und Bus sehr genossen.
Was war die größte Herausforderung für dich und wie hast du sie überwunden?
Die größte Herausforderung war mein erster Kontakt mit der WG. Ich fühlte mich sehr verloren und hatte das Gefühl, möglicherweise die falsche Entscheidung getroffen zu haben, meinen Freiwilligendienst dort zu machen.
Dass ich mich nicht einmal telefonisch richtig verständigen konnte, da ich kein Datenvolumen hatte, hat diese Situation zusätzlich erschwert. Ich war kurz davor aufzugeben und zu sagen, dass ich nicht bereit bin und nicht weiß, ob ich bleiben kann. Es war ein großer Krisenmoment, in dem ich völlig überfordert war und nicht wusste, wie es weitergehen soll.
Das bewusste Durchatmen und Weitermachen hat mir schließlich eine der besten Erfahrungen meines Lebens ermöglicht.
2. Persönliche Entwicklung
Was hast du während deiner Zeit in Deutschland über dich selbst gelernt?
Ich habe gelernt, mich selbst besser zu verstehen – nicht nur persönlich, sondern auch im familiären Umfeld. Mir ist bewusst geworden, dass es manchmal gut ist, sich etwas von der Familie zu distanzieren, um die Beziehung langfristig zu stärken.
Ich habe gelernt, vieles loszulassen und nicht alles kontrollieren zu wollen. Außerdem habe ich gelernt, Krisen natürlicher anzunehmen und ihnen mit einem klareren Kopf zu begegnen. Ich bin sozialer geworden und habe gleichzeitig gelernt, meine Zeit allein mehr zu schätzen und bewusster zu genießen.
Welche Fähigkeiten oder Kenntnisse konntest du entwickeln? (z. B. beruflich, sprachlich, persönlich)
Vor allem meine Sprachkenntnisse. Das war einer meiner größten Erfolge – ich hätte selbst nicht gedacht, dass ich das schaffen würde.
Beruflich habe ich gelernt, meinen Horizont zu erweitern und zu erkennen, dass ich meine Interessen auch in kreative und ganzheitliche Ansätze einbringen kann.
Persönlich bin ich stark gewachsen. Ich weiß, dass ich noch an vielen Dingen arbeiten kann, aber ich habe in Deutschland eine sehr starke und positive Version meiner selbst erlebt.
Hat sich dein Blick auf deine Zukunft oder deine Rolle in der Gesellschaft verändert? Wenn ja, wie?
Ja, sehr. Ich habe begonnen, mich intensiver mit Themen wie Eurozentrismus, Kultur, Ressourcen, Lebensrealitäten und Politik auseinanderzusetzen.
Auch wenn ich diese Themen nicht im Detail vertieft habe, hat mir die Erfahrung eine wichtige Perspektive eröffnet. Ich hinterfrage heute vieles kritischer und sehe viele Dinge, mit denen ich aufgewachsen bin, aus einem neuen Blickwinkel.
3. Auswirkungen nach der Rückkehr nach Bolivien
Was hast du aus deiner Erfahrung in Deutschland nach Bolivien mitgenommen?
Sehr viel Lebensfreude. Ich habe Dinge gemacht, die ich mir vorher nicht zugetraut hätte, und dadurch viel über mich selbst gelernt. Ich bin mutiger geworden und habe weniger Angst davor, neue Dinge auszuprobieren.
Wie wendest du heute oder in Zukunft das Gelernte in deiner Arbeit an?
Ich arbeite aktuell mit Kindern und Jugendlichen und möchte auch weiterhin in diesem Bereich tätig sein. Ich hoffe sehr, dass ich die kreativen und künstlerischen Ansätze, die ich in Deutschland kennengelernt habe, auch in meiner Arbeit in Bolivien anwenden kann.
Auch wenn die Ressourcen nicht dieselben sind, habe ich gesehen, wie positiv solche Methoden auf Kinder wirken.
Darüber hinaus helfen mir die gewonnene Offenheit und meine selbstbewusstere Arbeitsweise sehr in meinem beruflichen Alltag.
Kannst du ein konkretes Beispiel nennen?
Bei mobilen Einsätzen des Projekts war ich gezwungen, sehr offen zu arbeiten und keine Angst vor den Kindern zu haben – insbesondere auch aufgrund der sprachlichen Herausforderung.
Das hat nach und nach mein Vertrauen in meine Sprachkenntnisse, meine Fähigkeiten und meine Arbeit mit Kindern gestärkt.
Hat sich deine Art zu arbeiten oder mit anderen umzugehen verändert?
Ja, sehr. Ich habe meine Persönlichkeit nicht verändert, bin aber offener und sozialer geworden. Ich habe weniger Angst, neue Beziehungen einzugehen, und mehr Vertrauen in meine Fähigkeiten entwickelt.
Ich habe außerdem gelernt, dass andere Menschen meine Gesellschaft und Gespräche sehr geschätzt haben – genauso wie ich ihre. Dadurch habe ich auch mehr Geduld entwickelt, Beziehungen aufzubauen und zu pflegen.
4. Einfluss auf dein Leben und deine Zukunftspläne
Was sind deine aktuellen Ziele?
Ich möchte berufliche Erfahrung sammeln, weiß aber bereits, in welche Richtung ich gehen möchte: Organisationen, die mit Kindern, Jugendlichen und jungen Menschen arbeiten.
Ich möchte weiterhin in diesem Bereich tätig sein und mich mit NGOs vernetzen, die kreative und vielfältige Perspektiven ermöglichen.
Außerdem möchte ich meine Englisch- und Deutschkenntnisse verbessern, um später ein Stipendium an einer Universität zu erhalten – idealerweise in Deutschland.
Inwiefern hat dein Freiwilligendienst diese Pläne beeinflusst?
Sehr stark. Zu Beginn des Freiwilligendienstes war ich überzeugt, niemals in Deutschland leben zu wollen. Durch meine positiven Erfahrungen hat sich diese Sicht jedoch verändert, und ich kann mir gut vorstellen, wieder zurückzukehren.
Ich liebe meine Arbeit in Bolivien, habe aber auch sehr geschätzt, mich im Ausland weiterzuentwickeln und lebendig zu fühlen. Ich möchte beide Erfahrungen miteinander verbinden.
Wo siehst du dich in 3 bis 5 Jahren?
Ich hoffe, bereits im Ausland zu sein und meinen Master zu absolvieren – entweder in Deutschland oder in einem anderen Land. In den nächsten zwei bis drei Jahren sehe ich mich noch in Bolivien, wo ich arbeite, Geld spare und mich auf ein Stipendium vorbereite.
5. Bedeutung des Programms weltwärts
Warum würdest du weltwärts anderen jungen Menschen empfehlen?
Weil das Programm kulturellen Austausch und persönliches Wachstum stark fördert. Aus einer vertrauten Umgebung herauszugehen und in einem neuen Kontext bei null zu starten, zwingt einen dazu, sich selbst neu zu entdecken und persönlich zu wachsen.
Was macht das Programm besonders wertvoll?
Die gute Integration in die Arbeitsprojekte. Alles war klar organisiert – Arbeitszeiten, Urlaub, Aufgaben und vieles mehr. Das hat den Einstieg sehr erleichtert.
Welche Bedeutung hat das Programm für den Austausch zwischen Deutschland und Bolivien?
Der kulturelle Austausch und die Erweiterung der Perspektiven sind sehr wertvoll. Man lernt gesellschaftliche und politische Unterschiede kennen und betrachtet die Welt aus einer neuen, oft menschlicheren Perspektive, da die Lebensrealitäten sehr unterschiedlich sind.
Welchen Satz möchtest du teilen?
"Es war unglaublich, die Angst in Offenheit zu verwandeln. Ich habe ein Land neu entdeckt und dabei mich selbst neu gefunden. Mein Freiwilligendienst hat mir gezeigt, dass das Leben nicht in Koordinaten gemessen wird, sondern in der Mutigkeit, den Weg zu wählen, der einen lebendig fühlen lässt."
Miguel
1. Erfahrungen in Deutschland
Welche waren deine wichtigsten Erfahrungen während deines Freiwilligendienstes in Deutschland?
meine Ankunft am Flughafen Frankfurt
die Möglichkeit, die große kulturelle Vielfalt Deutschlands zu erleben und Menschen aus vielen verschiedenen Ländern kennenzulernen
die Arbeit in einer deutschen Schule
die Erfahrung eines anderen Bildungssystems im Vergleich zu meinem Heimatland; insbesondere, dass in Deutschland sehr viele Ressourcen und viel Engagement in die Bildung von Kindern investiert werden
das Reisen mit einem sehr effizienten und umweltfreundlichen Verkehrssystem
die Seminare, an denen ich teilgenommen habe
meine Verabschiedung von der Schule, in der ich gearbeitet habe
Gab es einen Moment, der dich besonders geprägt hat?
Mein Einstieg in das Projekt in Deutschland war ein sehr wichtiger Moment für mich, da ich mich von Anfang an gut in die Arbeit mit den Kindern integrieren konnte. Es war sehr bereichernd, Teil eines engagierten Teams zu sein, das sich stark für die Entwicklung und das Lernen der Kinder einsetzt.
Ich habe viel von der Erfahrung der Mitarbeitenden gelernt, die mir neue Methoden gezeigt haben, mit denen ich besser mit den Kindern arbeiten und mich leichter auf sie einlassen konnte. Es war für mich etwas ganz Besonderes, in einem so positiven und angenehmen Arbeitsumfeld tätig zu sein.
Gleichzeitig war der Moment des Abschieds sehr emotional. Der Abschied von den Kindern und Lehrkräften, mit denen ich viele schöne und lehrreiche Momente geteilt habe, war sehr schwer. Diese beiden Momente haben mich besonders geprägt, da sie mir bestätigt haben, dass ich die richtige berufliche Entscheidung getroffen habe. Außerdem habe ich wertvolle Freundschaften geschlossen, die mir sehr wichtig sind und die ich sehr schätze. Ich nehme alle Erfahrungen und das Wissen, das mir das Team vermittelt hat, mit mir – es war eine einzigartige und nicht wiederholbare Erfahrung.
Was hat dich am meisten überrascht oder beeindruckt?
Das deutsche Bildungssystem hat mich sehr beeindruckt. Ich konnte erleben, dass es darauf ausgelegt ist, allen Schüler*innen gleiche Chancen zu bieten und ihre individuellen Fähigkeiten zu fördern, unabhängig von ihrer sozioökonomischen Situation, auch dank der staatlichen Unterstützung.
Besonders beeindruckt hat mich auch das Engagement der Lehrkräfte. Bildung ist in Deutschland ein zentraler Pfeiler der Gesellschaft. Sie vermittelt nicht nur Wissen, sondern auch Werte und das Verständnis für die Rolle des Einzelnen in der Gesellschaft.
Was war die größte Herausforderung für dich und wie hast du sie überwunden?
Meine größte Herausforderung war es, fließend Deutsch zu sprechen. Dieser Prozess war anspruchsvoll, aber gleichzeitig auch sehr bereichernd.
Mit zunehmender Sprachsicherheit konnte ich mich im Arbeitsalltag besser einbringen und auch die Zusammenarbeit mit den Kindern und dem Schulteam wurde deutlich einfacher und angenehmer.
Am Anfang war es schwierig, aber dank der Unterstützung und Begleitung des BKHW sowie der Lehrkräfte konnte ich diese Herausforderung durch viel Lernen und Disziplin bewältigen. Dafür bin ich sehr dankbar.
2. Persönliche Entwicklung
Was hast du während deiner Zeit in Deutschland über dich selbst gelernt?
Ich habe gelernt, dass ich sehr gut mit anderen Menschen in Kontakt treten kann, was mir die Anpassung an die kulturelle Vielfalt in Deutschland erleichtert hat. Außerdem habe ich erkannt, dass ich viel Geduld habe, um meine Ziele zu erreichen.
Welche Fähigkeiten oder Kenntnisse konntest du entwickeln?
Eine meiner wichtigsten Entwicklungen war das Kochen, in dem ich viel gelernt habe. Außerdem konnte ich meine Englischkenntnisse deutlich verbessern und mein Deutsch weiter ausbauen.
Darüber hinaus habe ich neue Strategien und Methoden für die Arbeit mit Kindern kennengelernt, die für meinen Beruf sehr wertvoll sind.
Hat sich dein Blick auf deine Zukunft oder deine Rolle in der Gesellschaft verändert? Wenn ja, wie?
Ja. Durch die Möglichkeit, in Deutschland zu leben, bin ich mir der Bedeutung von Toleranz und Respekt gegenüber den Überzeugungen und Rechten anderer viel bewusster geworden.
Außerdem bin ich mir heute stärker darüber im Klaren, welchen Einfluss meine Arbeit auf das Leben der Kinder hat.
Ich hoffe, dass durch Bildung und Engagement Kinder in meinem Heimatland nach und nach positive Veränderungen in der Gesellschaft bewirken können, sodass zukünftige Generationen eine erfüllte Kindheit erleben – so wie Kinder in Deutschland.
3. Auswirkungen nach der Rückkehr nach Bolivien
Was hast du aus deiner Erfahrung in Deutschland nach Bolivien mitgenommen?
Ich habe das starke Engagement des deutschen Staates für Bildung sowie die große Hingabe der Lehrkräfte mitgenommen. Ich wünsche mir, dass dies eines Tages auch in meinem Land möglich ist.
Sehr beeindruckt hat mich außerdem das Arbeitsumfeld in Deutschland, das großen Wert auf das Wohl der Arbeitnehmer*innen legt und Gesundheit sowie Arbeitsbedingungen schützt, um gute Leistungen zu ermöglichen.
Wie wendest du heute oder in Zukunft das Gelernte in deiner Arbeit an?
Ich wende das Gelernte direkt in meiner Arbeit mit Kindern an. Dadurch kann ich bessere Ergebnisse erzielen und gleichzeitig das Selbstvertrauen der Kinder stärken.
Kannst du ein konkretes Beispiel nennen?
Durch meine Erfahrungen in Deutschland konnte ich eine andere Strategie im Umgang mit einem Kind mit Autismus anwenden. Dadurch konnte ich ihm gezielter helfen und auch seine Familie unterstützen, indem ich ihnen zeigte, wie sie ihn im Alltag fördern können.
Diese Erfahrung hat mir außerdem geholfen, sensibler und klarer mit Eltern zu kommunizieren, die oft frustriert sind und nicht wissen, wie sie ihr Kind unterstützen können.
Hat sich deine Art zu arbeiten oder mit anderen umzugehen verändert?
Ja. Während meines Freiwilligendienstes habe ich gelernt, die Zeit anderer zu respektieren und die Meinungen und Beiträge von anderen stärker zu berücksichtigen.
Gleichzeitig bin ich direkter darin geworden, meine Gedanken und Meinungen zu äußern.
4. Einfluss auf dein Leben und deine Zukunftspläne
Was sind deine aktuellen Ziele?
Eines meiner wichtigsten Ziele ist es, mein Deutsch weiter zu verbessern, da ich die Sprache sehr mag und sie mir auch hilft, mit deutschen Tourist*innen zu kommunizieren.
Beruflich möchte ich weiterhin lernen und meine Kenntnisse in der Arbeit mit Kindern vertiefen.
Inwiefern hat dein Freiwilligendienst diese Pläne beeinflusst?
Sehr stark. Während und nach meinem Freiwilligendienst habe ich entdeckt, wie sehr mir das Deutschlernen gefällt. Gleichzeitig lerne ich durch die Sprache eine neue Kultur kennen und schätzen.
Außerdem hat mich das Bildungssystem in Deutschland motiviert, mich weiterzubilden und meine Fähigkeiten zu verbessern, um meine Arbeit mit Kindern noch effektiver zu gestalten.
Wo siehst du dich in 3 bis 5 Jahren?
Ich sehe mich in einer Position, in der ich sowohl beruflich als auch persönlich weitergewachsen bin, Kinder und Jugendliche besser unterstützen kann und gut auf zukünftige Herausforderungen vorbereitet bin, mit noch besseren Deutschkenntnissen.
5. Bedeutung des Programms weltwärts
Warum würdest du weltwärts anderen jungen Menschen empfehlen?
Weil es die Möglichkeit bietet, in einem anderen Land zu wachsen und eine neue Kultur kennenzulernen. Vor allem aber hilft es, die eigene Komfortzone zu verlassen und sowohl persönlich als auch beruflich zu wachsen.
Es ermöglicht, neue Talente und Fähigkeiten zu entdecken und weiterzuentwickeln und so die beste Version seiner selbst zu werden.
Was macht das Programm besonders wertvoll?
Das Programm ist sehr wertvoll, weil es sich stark für die Teilnehmenden einsetzt und Inklusion fördert. Alle erhalten unabhängig von ihrer sozioökonomischen Situation die gleichen Chancen.
Es wird außerdem viel Wert auf die Begleitung und Unterstützung der Freiwilligen gelegt. Für mich persönlich hatte das Programm einen enormen Einfluss auf mein Leben. Ich bin sehr dankbar, Teil davon gewesen zu sein.
Welche Bedeutung hat das Programm für den Austausch zwischen Deutschland und Bolivien?
Das Programm ist eine Brücke zwischen zwei kulturell unterschiedlichen Ländern. Es ermöglicht kulturellen Austausch und hilft dabei, unterschiedliche Lebensrealitäten besser zu verstehen.
Dadurch wird auch die Bedeutung staatlicher Verantwortung im Bildungsbereich sichtbarer.
Gleichzeitig können Freiwillige ihre Erfahrungen aus Deutschland mitnehmen und in ihrem Heimatland weitergeben und anwenden.
Welchen Satz möchtest du teilen?
"Das Leben ist geheimnisvoll – manchmal bietet es dir unerwartete Chancen, die dich vollkommen verändern. Wenn sich eine solche Gelegenheit bietet, solltest du sie ohne Zweifel ergreifen. Ein wenig Angst ist normal, aber ich verspreche dir, es wird ein großes Abenteuer sein."
Häufige Fragen
Was decken die Versicherungen ab?
Während deines Freiwilligendienstes wirst du von deiner Entsendeorganisation versichert. Die Versicherung umfasst Folgendes:
Kranken- und Unfallversicherung: Im Falle eines Unfalls oder einer schweren Erkrankung erhältst du in Deutschland medizinische Versorgung ohne zusätzliche Kosten für dich. Bei Medikamenten kann es jedoch vorkommen, dass du einen Teil der Kosten selbst tragen musst.
Haftpflichtversicherung: Diese Versicherung deckt mögliche Sachschäden ab, die du verursachen könntest.
Wie beantrage ich ein Visum für Deutschland?
Das BKHW unterstützt dich bei der Beantragung des Visums und informiert dich über die notwendigen Dokumente. Unsere Kolleginnen in Bolivien übernehmen die Terminvereinbarungen bei der deutschen Botschaft und begleiten dich bei diesem Prozess.
JETZT BEWERBEN
Liz hilft dir gerne persönlich weiter:
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