Wo ist unser Ansatzpunkt?

Kinder sind Zukunft. Nur durch die Bildung und Förderung der Kinder Boliviens kann man einen Fortschritt erreichen und einen Wandel in der Gesellschaft bewirken. Aus diesem Grund fördern wir Projekte, die den Kindern Boliviens eine Perspektive geben. Viele Projekte dieser Art sind zivilgesellschaftliche Initiativen, die keine staatliche Förderung bekommen. Die staatlichen Einrichtungen sind sehr stark reglementiert, Angestellte schlecht ausgebildet und schlecht bezahlt. Wir hören immer wieder, dass den Mitarbeitern staatlicher Einrichtungen monatelang keine Gehälter gezahlt werden. Es gibt keinen Kündigungsschutz und keine Sozialversicherung, oftmals noch nicht einmal Arbeitsverträge. Ein weiterer Teil der Einrichtungen wird von der Kirche gefördert, die in diesem Umfeld ein wichtiger Akteur ist. Die zivilgesellschaftlichen Einrichtungen sind auf Fremdfinanzierung angewiesen, von staatlicher Seite sind sie eher geduldet als gefördert. Eine offizielle Anerkennung zu bekommen (ähnlich einem Vereinsstatus in Deutschland), die personería jurídica (und damit offiziell agieren zu können, einen Bauplatz z.B. zu erhalten für den Neubau oder staatliche Gelder) ist noch bürokratischer als in Deutschland und kann Jahre dauern (und viel Geld kosten).

Daher benötigen diese Einrichtungen unsere Unterstützung. Schon viel konnte in den vergangenen Jahren erreicht werden – beispielsweise hat die langjährige Unterstützung des Projekts CEMVA dazu beigetragen, dass das Projekt mittlerweile für Kinder und Familien des ganzen Viertels Villa Armonía eine Anlaufstelle ist und in den Jahren seiner Existenz das Elend in dem Viertel deutlich gelindert hat sowie das ganze Viertel bereichert - das gilt genauso für die anderen tollen Projekte in Sucre wie Wiñay und Musuq Sunqu.

In Bolivien arbeiten wir mit unserer Partnerorganisation, der Fundación BKHW, eng zusammen. Sie ist der direkte Kontakt in die Projekte und unser Partner in der Arbeit mit dem weltwärts-Programm. Die Mitarbeiter kennen die Situation vor Ort, die rechtlichen Rahmenbedingungen und Chancen und Möglichkeiten zu helfen. In Rücksprache mit der Fundación entscheiden wir über die Verteilung der Mittel, kontrollieren die Verwendung und geben Inputs für die Verwendung.

Der Freiwilligendienst stellt einen weiteren wichtigen Punkt unserer Arbeit dar. Viele Mitglieder des Vereins,
Mitarbeiter und Vorstandsmitglieder sind ehemalige Freiwillige, die die Situation vor Ort gut kennen, oftmals
noch immer in Verbindung zu ihren ehemaligen Projekten stehen. Das explizite Ziel des weltwärts Freiwilligendienstes,
dem größten entwicklungspolitischen Freiwilligendienst in ganz Europa, ist auf Seiten der Freiwilligen und der Personen im Einsatzland ein gegenseitiges Lernen. Die Projekte in Bolivien werden durch die Freiwilligen
in ihrer täglichen Arbeit unterstützt – auch wenn es hier gilt, realistisch zu bleiben: die Welt bzw. Bolivien retten wird in seinem Freiwilligendienst niemand. Es sind viele kleine und größere Wirkungen zu beobachten: sei es die Freude der Kinder im Umgang mit den Freiwilligen, realisierte Projekte der Freiwilligen: Sportunterricht, neue Spielsachen, der Aufbau einer Musikbibliothek für eine Musikschule, das Einrichten einer Bibliothek. Es gibt unendlich viele Beispiele, die zeigen, welche großartige Unterstützung die Jugendlichen in ihrem Auslandsjahr leisten. Darauf sind wir stolz und bedanken uns bei den Freiwilligen, die Jahr für Jahr tatkräftig mit anpacken.

 

Die Arbeit des BKHW als Grafik:

Wirkung

In der internationalen Entwicklungszusammenarbeit wird derzeit ein Thema besonders groß geschrieben: Wirkung. Nach vielen Jahren, in denen sehr viel Geld für Entwicklungshilfe in die falschen Hände, in die falschen Projekte und die falschen Personen geflossen ist, teilweise die Armut in den Ländern des globalen Südens noch verschärft hat, ist es sehr zu begrüßen, dass die Frage nach der tatsächlichen Wirkung nun gestellt wird. War es in der Vergangenheit oftmals für alle Beteiligten ausreichend, Geld gespendet zu haben und sich damit größtenteils zufrieden zu geben, so wird heutzutage viel mehr Wert gelegt auf eine nachhaltige Investition. Aber wie misst man eigentlich Wirkung? Die ist auf verschiedene Art möglich: Sammeln von Geschichten der Kinder und Familien aus dem Projekt, Fallstudien oder Fotodokumentationen sind dabei ein erster Schritt, die höchste Kunst sind regelmäßige Befragungen, Tests oder Langzeitstudien. Verhältnismäßig kleine Organisationen, wie das BKHW, stehen damit allerdings vor einer Mammutaufgabe. So können wir z.B. eine breiter ausgelegte Studie nicht finanzieren. Und wie ist es zu bewerten, wenn z.B. Kinder, die eines unserer Projekte besucht haben, vielleicht heute trotzdem in Armut leben und keine Arbeit haben (denn das erklärte Ziel ist es, mit Bildung den Teufelskreis der Armut zu durchbrechen). Es steht außer Frage, dass die Hilfen für die Projekte in dem Moment Familien das Leben erleichtern, Kindern zu Essen geben oder das eine einfache Schulungsmaßnahme die Lebensgrundlage einer Familie bilden kann. Wir als Verein stehen vor der Herausforderung, unsere Arbeit zu überdenken und die Art der Hilfe, die wir nach Bolivien geben, zu überdenken. Das ist durchaus positiv zu bewerten, denn nur so können wir die Spenden unserer Unterstützer sinnvoller einsetzen. Dies wird ein Ziel in unserer Arbeit in den kommenden Jahren sein, das Thema Wirkung stärker in unserer Arbeit mitzudenken und somit auch den Projekten mehr an die Hand zu geben als Geld – sich selbst besser zu organisieren, die Bevölkerung vor Ort stärker in die Tätigkeiten einzubinden und auch, nicht auf Ewigkeit auf eine Unterstützung durch fremde Mittel angewiesen zu sein. Wir haben als ersten Schritt unsere Arbeit als Grafik dargestellt – nicht nur für eine bessere Darstellung für unsere Unterstützer, sondern auch um unseren Status Quo festzustellen, unsere Erfolge und Potentiale zu sehen. Ein nächster Schritt wird sein, uns zu überlegen, wo wir hin wollen als Verein und welche Art von Unterstützung wir den Projekten geben wollen und was wir personell, fachlich und finanziell leisten können. Wir sind gespannt, wohin die Entwicklung geht und freuen uns über den Prozess und den Input unserer Mitglieder, Mitarbeiter und Unterstützer.

Grafik Wirkungslogik BKHW:

 

 

Jede Spende hilft!

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