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11. Dezember: Wie ist es, einen jungen Menschen aus Bolivien als Gastfamilie aufzunehmen?

Wie ist es, einen jungen Menschen aus Bolivien als Gastfamilie aufzunehmen?

Familie Brenner erzählt uns von ihren Erfahrungen.

„In den letzten Jahren hatten wir zwei ausländischen Gäste (Amerika 7 Monate/Italien 4 Monate) über die Organisation Experiment e.V. bei uns zu Gast. Das waren für unsere Familie sehr bereichernde Monate. Wir haben uns viel über diese Länder und Menschen in Gesprächen ausgetauscht. 

Bei einem Besuch bei meiner Mutter im Betreuten Wohnen (neben dem Büro des BKHW) sah ich beim BKHW im Schaufenster ein Plakat, auf dem Stand, dass ebenfalls immer wieder Gastfamilien gesucht werden. Ich erzählte es meiner Familie und die waren damit einverstanden. Daher bin ich an einem anderen Tag im Büro des BKHW vorbeigekommen und habe mit einer Mitarbeiterin darüber gesprochen.

Über Lukas Diehlmann kamen wir in Kontakt zu David, was sich bis heute als eine sehr gute Entscheidung erwies. Wir alle lieben ihn wie einen Sohn/Bruder. Er integriert sich bei uns hervorragend. Für uns ist jeder Tag mit David bereichernd.

Im Sommer machten wir Urlaub bei der Mutter meines Mannes auf dem Land. Wir waren Schwimmen an einem See. David konnte nicht schwimmen. Er fragte mich, ob ich ihm es beibringen könnte. Gesagt, getan. Er hatte keine Scheu, dass andere ihn deshalb komisch anschauen würden. „Er in seinem Alter kann nicht schwimmen.“ Das fasziniert uns immer wieder bei David. Er geht an alles so selbstlos heran und macht sich nichts aus anderen Menschen und ihren Gedanken. Er hat einen sehr tiefen Glauben an Jesus/Gott. Und seine Liebe zur Musik ist ebenfalls für uns eine riesige Bereicherung. Wir alle lieben es.

Im Juni hat unsere Tochter Maria geheiratet und er hat ihr ein Lied mit der Gitarre vorgesungen. Wir waren alle hingerissen. Das war auch einer der schönsten Tage mit ihm. 

David war auch während des Lockdowns nicht niedergeschlagen. Er machte jeden Tag Sport und lernte fleißig Deutsch. 

Er gibt nicht auf und sieht in allem immer Positives. In seiner Schule bekommt er ebenfalls großen Rückhalt und es macht ihm sehr große Freude mit Behinderten zu arbeiten. Er versucht sogar Ideen zu entwickeln, was er ihnen beibringen kann.

Jeden Tag, beim gemeinsamen Abendessen, berichtet wir uns gegenseitig, wie jedem sein Tag war. Im Haushalt beteiligt er sich ebenfalls fleißig. 

In Bolivien waren wir noch nie. Aber vielleicht reisen wir irgendwann mal dorthin. Neugierig darauf sind wir jedenfalls durch David geworden. Mein Mann macht uns auf Sendungen/Nachrichten über/aus Bolivien im Fernsehen aufmerksam. 

David würde gerne in Deutschland sein Studium beenden. Wir unterstützen ihn dabei, weil wir der Meinung sind, dass er das Potential dazu hat, hier in Deutschland etwas für sich und sein Land zu erreichen. Er arbeitet jeden Tag hart an diesem Ziel. 

Er kann solange, bis er weiß, wie und ob das alles funktioniert, bei uns wohnen bleiben“ 

Vielen Dank für diesen Einblick an Familie Brenner, und an dieser Stelle besonders herzlichen Dank an alle Gastfamilien – ihr seid großartig! 

Wir freuen uns immer über weitere interessierte Gastfamilien, die gerne einen jungen Menschen aus Bolivien aufnehmen möchten. Schreibt dazu einfach eine E-Mail an lukas.diehlmann@bkhw.org. Die Einreise des kommenden Jahrgangs ist für April 2021 geplant.

Melanie Ehrlich11. Dezember: Wie ist es, einen jungen Menschen aus Bolivien als Gastfamilie aufzunehmen?

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