La vida sigue - Das Leben geht weiter

Projektbeschreibung

Mit dem Projekt wollen wir Jugendliche unterstützen, die in einem Heim aufgewachsen sind. Diese Jugendlichen haben entweder keine Eltern mehr oder kommen aus sozial prekären Familien – war ihr Leben in den „hogares“ (also Heimen) noch gefördert und finanziell gesichert, haben sie mit Erreichen des 18. Lebensjahres in Bolivien keinen Anspruch mehr auf Unterstützung. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie kriminell werden ist sehr hoch.

Projektziel

Das Projekt unterstützt bolivianische Jugendliche dabei, eine weiterführende Ausbildung zu erhalten: Die Jugendlichen erhalten ein Stipendium für die Dauer ihrer beruflichen Ausbildung und damit Hilfe zur Selbsthilfe. Durch die Ausbildung erhöhen sich die Chancen auf eine Arbeit enorm. Des Weiteren fördert das Projekt die soziale Eingliederung in die Gesellschaft, d.h. die Jugendlichen nehmen an den gemeinsamen Aktivitäten mit anderen Jugendlichen teil, sie haben die Möglichkeit zu Fortbildungen (wie z.B. Computerkurse) und erhalten Hilfe und Beistand bei der Jobsuche, bei medizinischen Problemen und lernen mit dem vorhandenen Geld sinnvoll zu wirtschaften.

Die Jugendlichen haben in Bolivien folgende Ausbildungsmöglichkeiten, die wir fördern wollen:

  • Abendschule (in Bolivien „Escuela Nocturna“), Dauer 2 bis 4 Jahre
  • Ausbildung (Dauer 1 Jahr, z.B. als Postzusteller, Bäcker, Friseur, etc.)
  • Technische Hochschulen („Carrera técnica superior“), Dauer 2-3 Jahre
  • Universität, Dauer 3-4 Jahre

Während Ihrer Ausbildungszeit sind die Jugendlichen verpflichtet, regelmäßig die Noten und Kurse vorzuweisen. Des Weiteren wird erwartet, dass sie nebenbei arbeiten – natürlich nur in dem Maße, dass es die Ausbildung nicht beeinflusst. Sie sollen sich so weiterqualifizieren, Berufserfahrung sammeln und sich ein Taschengeld dazuverdienen. Unsere Mitarbeiter betreuen die Jugendlichen über die ganze Ausbildungsdauer hinweg und stehen bei Fragen, Problemen oder Notsituationen zur Verfügung. Es werden außerdem gemeinsame Aktivitäten organisiert.

Pilotprojekt

Im Rahmen des Pilotprojekts werden seit 2013, mit Spenden des BKHW, sieben Jugendliche unterstützt, die aus unseren Wohnprojekten kommen. Ein Beispiel ist Marie A. Sie studiert aktuell an der Universität Rechtswissenschaften. Sie wurde mit 8 Jahren von ihrer Mutter verlassen und wohnt im Moment bei ihrem Onkel, der ihr zwar eine Unterkunft und Essen geben kann, aber sonst kaum mehr. Vor der Teilnahme an dem Projekt war ein Studium für sie aus finanziellen Gründen undenkbar. Mit dem Projekt kann sie sich nun voll und ganz auf das Studium konzentrieren. Nebenbei hilft sie einer älteren Dame bei Einkäufen und im Haushalt und verdient so etwas dazu. Die anderen Jugendlichen studieren u.a. Pädagogik und Wirtschaftswissenschaften. Einen Jugendlichen unterstützen wir bei seinem Schulabschluss, ein weiterer macht eine Ausbildung als Goldschmied.


Das Pilotprojekt läuft bisher sehr erfolgreich. Unter normalen Umständen hätten sich die Jugendlichen eine Ausbildung
nicht leisten können. Unser Ziel ist es das Projekt, welches wir bisher in Sucre getestet haben, auf weitere
Städte auszuweiten und möglichst vielen Jugendlichen eine Chance auf eine erfolgreiche Zukunft zu geben.

 

Stand Oktober 2017

 

Überblick

Förderprojekt des BKHW: ja

Freiwilligendienst: nein

Schwerpunkt des Projekts: Förderung der Ausbildung on Jugendlichen aus Kinderheimen

 

Jede Spende hilft!

IBAN: DE29 6115 0020 0010 4047 06

BIC: ESSLDE66XXX